Mein Hund auf Ausstellungen


Foto: Katharina Stäheli/LH-Zucht "von Lawranshome"
Haakon v.d. Dombergspatzen Offenburg 2009
 

 In letzter Zeit sind viele Welpeninteressenten direkt mit den Wunsch einen Ausstellungshund“ bei uns zu kaufen -an uns herangetreten. Das uns entgegengebrachte Vertrauen ehrt uns und wir sind auch sehr froh darüber. Sagt es doch nichts anderes, als dass wir mit unserer Zucht in auf richtigen Linie liegen.
Wir möchten daher eine kurze „Anleitung“ hier vorstellen, wie man es als zukünftiger Aussteller bewerkstelligen muss um den „richtigen“ Welpen zu finden- diesen ordentlich aufwachsen zu lassen und dann für die zukünftige Ausstellungskarriere zu trainieren.

 Zuerst einmal ein ehrliches Wort: natürlich sind wir auch keine Hellseher und können jede Entwicklung bis ins kleinste voraussehen – wenn das so wäre, dann hätten wir in jeder Hinsicht ausgesorgt  ;O)
Unsere Erfahrung und Beratung stützt sich auf Beobachtungen und die momentane Entwicklung des Welpen`s. Wenn Sie einen Hund suchen, der für Ausstellung und/ oder Zucht geeignet ist – dann sprechen Sie das bitte bei unseren Beratungsgespräch an – wir werden Sie dann nach besten Gewissen und Wissen beraten und Ihnen einen Welpen empfehlen.

Aber auch hier müssen wir Sie fairer weise darauf hinweisen, dass die Aufzucht beim Züchter das Eine ist- aber auch bei Ihnen kann noch eine ganze Menge passieren: z.B. :
 

die Zähne:



  














 

ein ordentliches Milchgebiss ist ein guter Anfang –
aber kein Ruhekissen!
Sie müssen dringend den Zahnwechsel überwachen und die eventuell nicht von alleine ausfallenden Canini’s (Reißzähne) vom Tierarzt entfernen lassen!
Auch die Anzahl der Schneidezähne und die Stellung dieser – sowie der Canini’s muss überwacht werden.
( Wie das ordentliche Gebiss auszusehen hat finden Sie in unserer
Welpenmappe )

So mancher Welpe und Hund hat sich schon einen Zahn ausgebissen!
Sollte das passieren – dann sofort zum Tierarzt und diesen die Wunde attestieren lassen – besser auch röntgen lassen – denn man sieht ca. 14 Tage nach dem der Zahn aus dem Gebiss ist- noch den Zahnkanal- und somit das hier ein Zahn angelegt war.
Dieses Attest mit Röntgenbild muss dann auch beim Zuchtbuchamt des DTK eingereicht werden – damit der Hund weiter ausgestellt werden kann!
 
Rute: Eine angeborene Knickrute wird im Allgemeinen bereits kurz nach der Geburt vom Züchter beobachtet. Bei der Wurfabnahme durch den Zuchtwart trägt dieser dann die  Rutenauffälligkeit bei einem Welpen  in das Zuchtabnahmeprotokoll ein. Wir handhaben dies ehrlich und gewissenhaft!
Wenn im Zuchtabnahmeprotokoll kein Rutenfehler vermerkt ist – dann haben sowohl wir – als auch der Zuchtwart keinen bemerkt.
Welpen mit Rutenfehler sind zuchtuntauglich und auch nicht für die Ausstellung geeignet. Und würden daher sowieso von uns NIEMALS für Sie empfohlen werden.

ALLERDINGS- auch hier ein ehrliches Wort: eine Rute kann auch bei Ihnen verletzt werden– so dass sich eine Auffälligkeit zeigt!
Zum Beispiel: beim spielen mit größeren Hunden oder Kindern; oder beim einquetschen in eine Tür (alles schon passiert!) – auch bei der Ausübung der Jagd kann sich der Hund verletzen (z.B. Biss) – was zu einer Rutenauffälligkeit führt!
Im Nachgang – wenn die Verletzung verheilt ist – kann man anhand eines Röntgenbildes NICHT mehr 100%ig  sicher sagen, dass die Rute diese Auffälligkeit erworben hat.

Auch hier gilt daher – sollten Sie den Unfall bemerken – sofort zum Tierarzt und röntgen lassen – sowie ein Attest ausstellen lassen.
 

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Hund ankören zu lassen und somit einen Zahn-und Rutenstatus von zwei anerkannten DTK-Richtern bestätigt zu bekommen.
Mit diesen Status können Sie dann zumindest noch züchten – ausstellen eigentlich auch- allerdings gibt es da auch andere Meinungen dazu und ich würde es Ihnen daher nicht mehr empfehlen. ( Warum? – dazu bitte privat bei uns nachfragen!)
 

das Gebäude:




 

  

 






 
 

 

Hier meine ich nicht Ihr Haus indem Sie wohnensondern die Anatomie Ihres Hundes!
Auch hier gilt – die Aufzucht ist das Eine- aber Erwachsen wird er letztendlich bei Ihnen!

Wenn der Welpe ständig unterernährt ist KANN er sich nicht optimal entwickeln! Genauso – wenn er ständig zu wohl genährt ist – sprich dick – auch dann KANN er sich nicht so entwickeln wie es eigentlich sein könnte- wenn er optimal versorgt wird.

 Also sind auch hier wieder Sie gefragt!
Sie bekommen bei uns die Futterempfehlung in unserer Welpenmappe mit - bitte halten Sie sich daran - bzw. sprechen mit uns die induviduelle Menge für Ihren Hund ab. Gerne können Sie  uns hier um Rat fragen !
Auch hat sich gezeigt - das die Art der Ernährung die wir seit ca. 4-5 Jahren bevorzugen (Teilbarfen, kombiniert mit kaltgepressten Trockenfutter und Panyswurst unter gut überlegter Verwendung bioverfügbarer Sublimente ) - den Welpen optimal aufwachsen lassen. Vertrauen Sie auf unsere Erfahrung und gegebenenfalls
fragen Sie gerne nochmals nach!

Bis hierhin haben wir nur den „nackten“ Hund betrachtet. Dieser ist natürlich –
auch wenn  er in allen Teilen korrekt und fehlerfrei ist – noch kein Ausstellungshund!

 Wenn Sie die Ausstellungskarriere für Ihren Hund planen – und auch wenn Sie mit ihm züchten möchten – dann müssen Sie mit ihm auch trainieren- WAS ihn auf einer Ausstellung oder Zuchtzulassung alles erwartet!

 Auf so einer Veranstaltung ist es die Aufgabe des Ausstellers seinen Hund so zu zeigen, daß er sich ruhig, freudig, aufmerksam und ein positives Bild (äußere Erscheinung und Auftreten) bietend im Ausstellungsring zeigt. Der Hund hat sich ohne Verkrampfungen  und kontrolliert an locker  durch-hängender Leine zu zeigen und sich allein im ruhigen Stand zu präsentieren. Auch muss er sich – von einen ihm völlig fremden Menschen ins Maul schauen lassen –um die Zähne zu „zählen“- dass ist natürlich nicht unbedingt eine Prozedur die die Hunde mögen- daher muss man es VORHER üben! Auch das allgemeine anfassen lassen – muss er sich gefallen lassen! Denn der Richter schaut ins Maul, greift das Gebäude ab, kontrolliert die Rute und beim Rüden die Anzahl der Hoden.

Kennt der Hund dies alles nicht- dann wird er so schnell es ihm gelingt vom Tisch springen wollen – oder gar den Richter beißen!

Beides ist nicht tolerierbar und letzteres führt auch zur Disqualifikation!

 WAS können Sie daher im Vorfeld machen?


Hi-Li's Once_Upon_a_Waterbed


 

Das Training

Das Training fängt zu Hause an. Man nimmt bereits den Welpen schon oft an Orte mit, die die vielfältige Eindrücke liefern. Sei es Lärm – oder viele Menschen – oder auch Hunde. Dabei vermittelt man den Welpen eine ruhige und gelöste Stimmung: „hier kann dir nichts passieren!“ Es empfehlen sich Bahnhöfe, Wochenmärkte oder auch Hundeausstellungen
(ohne das man selbst dort ausstellt) aufzusuchen.

Wichtig ist hier auch, den Welpen nicht zu überfordern und genügend Ausgleich zu schaffen.
Bieten Sie auch immer einen Rückzugort an – damit der Welpe sich ausruhen kann.

Nun folgen einige Lektionen- die der Welpe dann absolvieren muss:

1.Anfassen lassen Zuerst muss er sich das Berühren von Fremden –ohne Gegenwehr gefallen lassen. Dazu bereits den Welpen 1. von Freunden und 2. von Fremden anfassen (streicheln) lassen- gerne mit Leckerli als Belohnung – wenn es klappt!
 
2.Stehen 
einmal Tischbewertung – und auch das „freie Stehen“)
Das ruhige Stehen übt man am besten auf einem nicht zu hohen, stabilen Tisch. Sprechen sie ruhig auf ihn ein und versuchen Sie ihn für einige Minuten (anfangs Sekunden) im ruhigen Stand zu halten. Loben Sie Ihren Hund wenn dies gelingt. Halten Sie Ihren Hund unter Kopf und Hals und platzieren Sie die Vorderpfoten vorsichtig.  Stützen Sie den Hund zwischen den Hinterläufen und platzieren Sie auch diese. Keine Sorge, der Hund wird sich mit der Zeit an diese Prozedur gewöhnen. Stellen Sie Ihren Hund NIEMALS mit Zwang oder Gewalt. Ein verängstigter, verstockter Hund wird sich nie frei zeigen.

Beim Dackel wird das "freie Stehen" verlangt - das heißt, dass
der Hund aus der Bewegung heraus stehen bleibt und sich dann
so von seiner (hoffentlich) besten Seite zeigt.
Auch dies muss natürlich geübt werden - und da man als Vorführer das Stehen von OBEN nicht beurteilen kann - sollte man das
entweder zu zweit üben - oder mit Videokamera aufzeichnen - oder man geht vor ein Kaufhaus mit großer Fensterfläche - und betrachtet sich im "Spiegel".
Manche Aussteller aus dem Ausland stellen ihre Hunde selbst-
dies ist natürlich viel einfacher. ( aber nicht umbedingt wünschenswert).
 


Quenduline mit Carola - zwei Profis


Gerold zeigt hier Gretel - es ist erst ihre 2. Ausstellung

3.Zahnkontrolle

Das üben Sie am besten abends- regelmäßig vor den Zubettgehen....
Am Anfang nur die Seiten und die Front – sobald er es ohne Gegenwehr machen lässt = Leckerli!
Später dann öffnen des Rachenraums und länger geöffnet lassen.
-> auch hier ruhig mir Leckerlis arbeiten ..... der Hund begreift schnell was WIR wollen.
KLAPPT es bei uns – ohne Probleme – dann 2. Punkt: Freunde bitten  und schließlich Fremde – die der Hund noch nie zuvor gesehen hat.....
( und leider muss man sagen – auch ruhig mal etwas unfreundlich agierende Mitmenschen heranlassen.... denn leider ist nicht jeder Richter jemand mit Samthandschuhe!!)
Wenn allerdings unsere Hunde das gewohnt sind- sind auch solche Mitmenschen für ihn kein Problem- da er ja ohne Gegenwehr und entspannt – die Prozedur schnell hinter sich bringt!

4.Das Laufen

Das Laufen an der Leine lernt ein Welpe möglichst früh. Hier ist wichtig, das er erkennt- WER das SAGEN hat! Am besten übt man das Laufen an lockerer Leine mit Belohnungshappen. Läuft der Hund an locker gehaltener Leine an Ihrer linken Seite, wird er mit einem Happen belohnt. (Die Leinen-führigkeit wird in zahlreichen Erziehungs-Büchern beschrieben).

Das Herausfinden der optimalen Vorführ-Geschwindigkeit können Sie leider nicht alleine. Hierzu ist ein Helfer von Nöten. Dieser sollte vielleicht am besten ein Video von Ihnen aufzeichnen. ( ist ja heute kein Problem mehr, da die meisten Kameras so eine Funktion haben- selbst Handys können Videos aufzeichnen).
Jetzt laufen sie mehrere Geschwindigkeiten mit ihren Hund. Die Geschwindigkeit- wo er sich am besten „zeigt“ merken sie sich und üben diese.
Hierzu sei angemerkt: ein guter Vorführer kann jeden Hund optimal präsentieren – egal welche Fehler er hat – er passt seine „Vorführung“ diesem an und zeigt offensichtlich einen perfekten Hund! ( auch wenn er das nicht ist)

ABER anders herum – kann auch das Vorführen die Bewertung verschlechtern – und das wäre schade!

-> wenn sie das alles geübt haben- steht einer 1. Ausstellung oder Zuchtschau nichts
mehr im Wege!
Gerne helfen wir Ihnen dabei !


Nun aber noch ein Wort zu der Vorbereitung :





 



 



 

Vorbereitung

Die Leine

 

 

Das Vorführen des Hundes erfolgt mit einer speziellen Vorführleine.
Breite Halsbänder, Stachelhalsbänder, Halstücher, Brustgeschirre etc. sind völlig fehl am Platz. Der/die Richterin will Ihren Hund in seiner ganzen Schönheit sehen und nicht das neue, teure Hundehalsband. Außerdem: Breite Halsbänder und Geschirre verzerren den Gesamteindruck Ihres Hundes! Die Farbe der Leine ist so zu wählen, daß sie nicht in zu starkem Kontrast zum Hund steht. Ein weißer Hund sieht zwar mit einer roten Leine toll aus, aber genau diese rote Leine lenkt vom Hund ab! Die Leine sollte möglichst dünn und unauffällig sein, denn nur der Hund pur soll ins Auge fallen.
 
Die Kleidung

Eine Hundeausstellung ist etwas besonderes- der Richter hat daher auch seine Kleidung dementsprechend gewählt. Dies sollten  die Aussteller bedenken- wenn es darum geht,was sie selbst anziehen.

Die Kleidung des Ausstellers sollte zweckmäßig sein- nicht auffällig – denn der Hund steht ja im Vordergrund- am besten passend zur Hundefarbe: also Dunkler Hund – helle Kleidung und umgedreht!
Wenn Sie eine Frau sind und Röcke tragen, achten Sie darauf, dass der Hund nicht darunter bzw. darin verschwindet oder beim Laufen von einem wallenden Kleidungsstück verdeckt wird. Schuhe mit rutschfester Sohle sind unerläßlich.

UND: Jogging-Anzüge gehören auf eine Sportveranstaltung und nicht auf eine Hundeausstellung.
 

Im Ring

 

Befestigen Sie Ihre Startnummer gut sichtbar mit einem Clip oder einer Sicherheitsnadel an Ihrer Kleidung. In der Hand halten Sie bitte nur Ihre Leine. Die beste Stelle für die Startnummer ist Ihr linker Oberarm. Da Sie Ihren Hund immer links führen sollten und in Richtung RichterIn, ist Ihre Startnummer in jeder Position sichtbar.
Beim Laufen im Ring ist darauf zu achten, daß sich der Hund zwischen Ihnen und dem Richter befindet (verdecken Sie Ihren Hund nicht, indem Sie ihn auf der falschen Seite führen). In der Regel möchte der/die RichterIn Ihren Hund von der Seite, von vorne und von hinten in Aktion sehen. Bewegen Sie sich auf Anordnung des/der RichterIn mit Ihrem Hund im Kreis, auf den/die RichterIn zu und von diesem/dieser weg. Der Hund hat sich an locker gehaltener Leine zu zeigen. Zerren, Spielen, Hochspringen, Leinenbeißen usw. gehören nicht hierher.

Wenn Ihr Hund gelernt hat, sich von seiner besten Seite zu zeigen und Sie Ihn dabei unterstützen, steht einem Erfolg eigentlich nichts mehr im Wege.
Bedenken Sie allerdings: "Kein Meister ist je vom Himmel gefallen". Man muß immer wieder üben, an unterschiedlichen Orten und unter verschiedenen Bedingungen. Seien Sie phantasievoll. Ihr Hund wird es Ihnen danken.
 

Pflegetips

 

Zum Thema Pflege gibt es ebenfalls genügend Bücher. Selbstverständlich wird der Hund so gut wie notwendig, dem Rassestandard entsprechen zurechtgemacht.
Unsere Kurzhaarteckel brauchen da kaum Vorbereitung ( nur ein gutes Futter) – kurz mit einen Lappen über den Rücken und gut ist!

Aber ein paar Tips habe ich trotzdem:

Die meisten Ausstellungen finden in Hallen mit sehr glatten Böden statt. Das ist für den Hund nicht nur unangenehm sondern gerade für junge Hunde auch gefährlich (ausrutschen und aufschlagen). Es gibt im Fachhandel eine spezielle Pfotenemulsion "Tacky Paw" u.a., die das Rutschen auf glatten Böden verhindert.
( in Deutschland zu kaufen bei: http://hundesport-auer.de  - dort gibt es auch Vorführleinen und Startnummernhalter oder Clips)

 

Literaturhinweise

Thema: Ausstellen

Peper, Elke: Gutes Handling; Kynos Verlag, 1996
Beyersdorf, Peter: Dein Hund auf Ausstellungen; Verlag Paul Parey, 1997
Aldington, Eric H.W.: Vom Körperbau des Hundes; Verlag Gollwitzer, 1998
VDH (Hrsg.): Gutes Handling - der Hund auf Ausstellungen; Video! (petTV - Rassehundeporträt)

Bücher in engl. Sprache:
Alston, G.G./Vanacore, C.: The winning edge, 1992
Hall, L.: Dog showing for beginners, 1994
Vanacore, C.: Dog showing, 1990


Thema: Pflege und Erziehung:

Dege-Neumann, I.: Handbuch Hundepflege, 1995
Dolz, R.: Kynos Trimm- + Pflegefibel; Kynos Verlag, 1994
Aldington, Eric H.W.: Mach mehr aus Deinem Hund; Verlag Gollwitzer, 1998
Ross/McKinney: Hunde verstehen + richtig Erziehen; Kosmos Verlag, 1994

 

Hier einige Erfolge:


Midas v.d. Dombergspatzen auf der CACIB Dresden 2011 :
CACIB, BOB und 2. Platz der Gruppe 4
geführt vom Züchter




Haakon v.d. Dombergspatzen auf der CACIB Nürnberg 2009
CACIB, BOB und 3. Platz der Gruppe 4
geführt von der Besitzerin Frau Elke Steins


Jasper v.d.Dombergspatzen


die Tischpräsentation ist sehr wichtig